Radialwellendichtringe

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Beschreibung

Radialwellendichtringe [kurz: RWDR und RWD], Wellendichtringe [kurz: WDR] oder auch in der Handelsbezeichnung Simmer-Ringe® genannt, dienen zur Abdichtung von Wellen an Gehäusebohrungen und sind somit als dynamische Dichtung konzipiert, welche auch im statischen Anwendungsfall ihre abdichtende Funktion erfüllt.
Ein Radialwellendichtring setzt sich dabei aus dem Grundkörper mit der Dichtlippe, einer Feder zur Steigerung des Anpressdrucks der Dichtlippe und einem offenliegenden bzw. einvulkanisierten metallischen Versteifungsring zusammen. Die abzudichtenden Systeme sollten dabei drucklos sein. Radialwellendichtringe sind somit für das Dichten rotierender Bewegungen ausgelegt, translatorische Bewegungen wie axiales Spiel sollten vermieden werden. Je nach Anforderungen können Sie aus für den Einsatzfall entsprechend widerstandsfähigen Elastomeren gefertigt werden. Bei leichten Verschmutzungen empfiehlt sich der Einsatz einer Staubschutzlippe, welche vor die Dichtlippe des Radialwellendichtrings aufvulkanisiert ist.

Deutsch: Abbildung zeigt einen Radialwellendichtring. English: Picture displays a rotary shaft seal.

Abbildung: zeigt Radialwellendichtring

Eigenschaften

  • optimale Anpassung der Dichtlippe an Welle durch Zugfeder, toleriert geringe Rundlaufabweichungen
  • reibungsarm, unter Gewährleistung ausreichender Schmierung an der Dichtkante des Radialwellendichtrings
  • Leckageminderung: gute Rückförderfähigkeit [auch Pumpfähigkeit genannt] der Dichtlippe von Luft- nach Ölseite

Anwendungen

  • Getriebe
  • Wälzlagerabdichtungen [Kugel-, Nadel-, Rollen-, Pendellager]
  • Radnaben
  • Walzwerke

Einbau- und Gestaltungsempfehlungen

Grundlegende Normen

  • DIN 3760:1996: Radial-Wellendichtringe
  • DIN 3761-1:1984-01: Radial-Wellendichtringe für Kraftfahrzeuge; Begriffe; Maßbuchstaben, zulässige Abweichungen, Radialkraft
  • ISO 6194-1:1982: Nennmaße und Toleranzen
  • DIN EN ISO 1302:2002: Angabe der Oberflächenbeschaffenheit in der technischen Produktdokumentation

A – Radialwellendichtring

  1. Feder
  2. Dichtlippe
  3. metallischer Versteifungsring
  4. Grundkörper aus Gummi
  5. Staubschutzlippe

B – Gehäusebohrung

  • Passmaß: H8
  • Rauheit: 1,6 µm bis 6,3 µm

C – Welle

  • Passmaß: h11/IT8
  • Rauheiten: Ra=0,2 µm bis 0,8 µm
  • Lauffläche: Härte: 45 HRC, bis in eine Tiefe von 0,3 mm drallfrei geschliffen
  • Bearbeitung: Wellenabsätze mit Fase versehen
Deutsch: Zeichnung eines Radialwellendichtring English: drawing of a rotary shaft seal

Erläuterung unter „A – Radialwellendichtring“

Lieferprogramm

Bauformen

BauformAnmerkungenHandelsbezeichnungenWerkstoffep [bar]v [m/s]*Schnittansicht
001WDR• Außenmantel gummiert
• Norm: ISO 6194/1, DIN 3760 Bauform A
A, BA, CB, TRAEPDM, FKM, HNBR, NBR, MVQ0.535
002WDR• Außenmantel gummiert
• mit Staublippe
• ISO 6194/0, DIN 2760 Bauform AS
AS, BASL, TRE, CCEPDM, FKM, HNBR, NBR, MVQ0.530
003WDR• Außenmantel metallisch
• gute Wärmeableitung
• Norm: ISO 6194/1, DIN3761 Bauform B
B, B1, TRC, BBFKM, NBR0.535
004WDR• Außenmantel metallisch
• gute Wärmeableitung
• mit Staublippe
• Norm: ISO 6194/1, DIN 3761 Bauform BS
BS, B1SL, TRD, BCFKM, NBR0.530
005WDR• Außenmantel metallisch
• geklemmte Dichtlippe
• alternative Liefermöglichkeit als druckbelastbare Bauform
• DIN 6194/1, DIN 3761 Bauform C
C, B2, TRB, DBFKM, NBR, MVQ0.530
006WDR• Außenmantel metallisch
• geklemmte Dichtlippe
• mit Staublippe
• alternative Liefermöglichkeit als druckbelastbare Bauform
• Norm: ISO 6194/1, DIN 3761 Bauform CS
CS, B2SL, TRF, DCFKM, NBR, MVQ0.530

* Angaben beziehen sich auf FKM, anderer Werkstoffe sind mit einer geringeren Umfangsgeschwindigkeit zu betreiben [Bsp.: NBR lässt ca. 1/3 der genannten Umfangsgeschwindigkeit zu]

Die in der Tabelle aufgeführten Radialwellendichtringe sind in Abmessungen von 4 mm bis 1700 mm Durchmesser erhältlich.

Elastomere

Bei der Auslegung ist zu beachten, dass die spezifische Temperatur an der Dichtlippe die Temperatur im Ölsumpf übersteigt.

Abk. DIN ISO 1629*chem. BezeichnungHandelsnamet [°C]Beständigkeiten für
SäureÖlKraftstoffLösungsmittelOzonWitterung
EPDMEthylen-Propylen-Dien-KautschukKeltan®, Nordel™, Buna-AP®, Dutral®, Royalene®, Vistalone®-50 bis +130144311
FKM [ehemals FPM]Fluor-KautschukViton®, Levatherm® F, Tecnoflon®, Dyneon™ Fluoroelastomers-20 bis +200111211
NBRAcrylnitril-Butadien-KautschukEuroprene N®, Perbunan N®, Chemigum®, Nitril®-30 bis +100312232
VMQSilikonSilopren®, Silastic®, Elastosil®, Rhodorsil®-60 bis +200334211
HBNRHydrierter-Acrylnitril-Butadien- Kautschuk Zetpol®, Therban®, Tornac® -30 bis +150312222

* falls ASTM D1418 Bezeichnung abweichend ist, wird diese in „[]“ aufgeführt
Codierung der Eigenschaften:
1 – sehr gut, sehr geringer oder kein Angriff / 2 – gut, geringer bis mäßiger Angriff / 3 – befriedigend, mäßiger bis starker Angriff / 4 – ungenügend, für den Einsatzfall nicht zu empfehlen

Die in der Tabelle aufgeführten Werte sind Richtwerte und können je nach Mischungsaufbau und -verhältnis unterschiedlich ausfallen.

Abdichtungen von extremen Einsatzbedingungen an Wellen

Hoher Verschmutzungsgrad bzw. starkes radiales/axiales Spiel

Falls das abzudichtende System starkes axiales Spiel bzw. die Umgebung hohe Verschmutzung aufweist, empfehlen wir Lagerschutzdichtungen in Labyrinthbauweise.

Deutsch: Abbildung zeigt eine Labyrinthdichtung: Labtecta® von AES Seal®. English: Figure displays a labyrinth seal: Labtecta® designed and manufactured by AES Seal®.

Druckbeaufschlagte Systemen

Bei Systemen mit erhöhtem Innendruck können Wellringdichtungen mit PTFE-Lippe zum Einsatz kommen.

Kontaktieren Sie uns wir beraten Sie gerne bei der Auslegung.

Angaben entsprechend den Informationen der Hersteller. Anwendbarkeit des Produkts muss durch den/die Käufer/-in entsprechend örtlich bestehender Gegebenheiten und applikationsspezifischer Parametern evaluiert werden. Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für den Inhalt und Eignung für den konkreten Einsatzzweck. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.

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Telefax: +49 (0)34202 – 90092
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